KIM Glossar
DCAM-konform -
DCAM-compliant
Ein
Metadatenterm
ist dann DCAM-konform, wenn er über eine den Term
identifizierende URI verfügt und außerdem einem der im Dublin
Core Abstract Model (DCAM) genannten Typen von Metadatentermen
zugewiesen werden kann. Diese Typen sind Klassen (classes),
Eigenschaften (Properties), syntaktisches Kodierungsschema
(Syntax Encoding Schemes) und semantisches Kodierungsschema
(Vocabulary Encoding Schemes).
DCMI Abstract Model (DCAM)
Das DCAM ist das Informationsmodell, das den Dublin
Core Metadaten zugrunde liegt. Es definiert die Elemente, die
in Dublin Core Metadatenprofilen verwendet werden und
beschreibt, in welcher Beziehung diese Elemente zueinander
stehen. Das DCAM basiert auf dem RDF-Datenmodell, ist aber von
jeglicher konkreter Syntax unabhängig und erleichtert gerade
dadurch die syntaxübergreifende Konvertierung von Metadaten.
Dublin Core Abstract Model
Interoperabilität - interoperability
Interoperabilität ist die Fähigkeit unterschiedlicher
Systeme miteinander zu kommunizieren und so Informationen
möglichst effizient und sinnvoll auszutauschen. Im
Metadatenkontext bedeutet dies den systemübergreifenden
Austausch von Metadaten unter möglichst geringem Aufwand. Es
werden drei Formen der Interoperabilität unterschieden:
• Strukturelle Interoperabilität
• Semantische Interoperabilität
• Syntaktische Interoperabilität
Strukturelle Interoperabilität
Strukturelle Interoperabilität ist dann gegeben, wenn
unterschiedlichen Metadatenformaten ein gemeinsames Datenmodell
zugrunde liegt (z. B. das DCMI Abstract Model).
Syntaktische Interoperabilität
Syntaktische Interoperabilität ist dann gegeben, wenn
unterschiedliche Metadatenformate in einer gemeinsamen
Kodierungssyntax (z. B. XML) wiedergegeben werden.
Semantische Interoperabilität
Semantische Interoperabilität ist dann gegeben, wenn
unterschiedliche Metadatenformate ein gemeinsames Vokabular
verwenden (z. B. Dublin Core Metadata Element Set).
Kodierungssyntax - encoding syntax
Die Kodierungssyntax gibt die Regeln an, nach denen die
Metadaten maschinenlesbar wiedergegeben werden. Im
Metadatenkontext können dies z. B. HTML oder XML/RDF sein.
Kodierungsschema -
encoding scheme
Das Kodierungsschema nennt die Regeln, die bei der
Beschreibung eines Objekts für die einzelnen Metadatenterme
gelten. Dabei kann entweder ein
syntaktisches
Kodierungsschema (Syntax Encoding Scheme) oder ein
semantisches
Kodierungsschema (Vocabulary Encoding Scheme) verwendet
werden.
Metadaten - metadata
Metadaten sind strukturierte Daten, die Objekte (wie
Daten, Dokumente, Personen usw.) beschreiben. Sie bewirken,
dass den Beschreibungen unterschiedlicher Objekte eine
einheitliche Struktur zugrunde liegt und erleichtern so das
Suchen, Finden und Selektieren relevanter Objekte aus der
Vielzahl möglicher Objekte.
Metadaten-Registry - metadata schema registry
Eine Metadaten-Registry ist ein System, das einzelne
Metadatenterme unabhängig von einer bestimmten Anwendung oder
Community verwaltet und zugänglich macht und damit die
Wiederverwendbarkeit der Terme in unterschiedlichstem Kontext
ermöglicht. Die Nachnutzung dieser Terme in verschiedenen
Anwendungen erhöht die semantische Interoperabilität zwischen
an sich heterogenen Systemen.
Dublin Core Metadata Registry
National Science Digital Library Metadata
Registry
Metadatenprofil - application
profile
Ein Metadatenprofil ist eine Spezifikation, die die
in einer bestimmten Anwendung benötigten Metadatenterme
detailliert beschreibt unter Berücksichtigung der
Anforderungen, die an die Anwendung gestellt werden und der
Objekte, die mit den Metadaten beschrieben werden. Welche
Komponenten für die Gestaltung eines Metadatenprofils notwendig
sind, beschreibt das "Singapore
Framework for Dublin Core Application Profiles"
Metadatenstandard - metadata standard
Ein Metadatenstandard ist eine Spezifikation, die
anwendungsübergreifend die in einer bestimmten Community aber
auch communityübergreifend verbreiteten Metadatenterme
detailliert beschreibt unter Berücksichtigung der
Anforderungen, die die Community hat. Metadatenstandards
ermöglichen die semantische Interoperabilität zwischen
Anwendungen, die diesen Standard verwenden.
Metadatenterm -
metadata term
Das Dublin Core Abstract Model unterscheidet die
folgenden vier Typen von Metadatentermen:
• Klasse (class) steht für eine Gruppe von Objekten, die
bestimmte Eigenschaften gemeinsam haben.
• Eigenschaften (Properties) stehen für die verschiedenen
Aspekte eines Objekts (Verhaltensweisen, Beziehungen, Attribute
usw.) und werden verwendet, um die den Klassen zugewiesenen
Objekte zu beschreiben.
• Ein
syntaktisches Kodierungsschema (Syntax
Encoding Scheme) gibt an, wie die Zeichenketten, die bei der
Beschreibung eines Objekts verwendet werden, aufgebaut sein
müssen und regelt damit die syntaktische Struktur der
Beschreibung.
• Ein
semantisches Kodierungsschema (Vocabulary
Encoding Scheme) gibt an, welche Werte bei der Beschreibung
eines Objekts verwendet werden dürfen, indem es die diesen
Werten zugrundeliegenden kontrollierten Vokabulare benennt.
Namensraum - namespace
Ein Name dient zur Identifikation eines Objektes. Im
dazugehörigen Namensraum wird die Definition des Namens
festgelegt, um Namenskonflikte zu vermeiden. Namensräume werden
durch URIs dargestellt und können selbst wieder aus
Namensräumen bestehen.
Open Archives Initiative (OAI)
Die Open Archives Initiative (OAI) entwickelt
Standards zur Verbreitung und dem Austausch von digitalen
Ressourcen im Internet. Das Ziel der Initiative ist es, den
Zugang zur stetig wachsenden Anzahl an Materialien mittels
interoperabler Repositorien über das World Wide Web zu
erleichtern um damit deren Verbreitung und Nachnutzung zu
erhöhen und die Erstellung neuer Informations-Services zu
ermöglichen. In diesem Sinne wurde u.a. ein Standard für den
Metadatenaustausch (OAI-PMH)
und ein Standard für die Abbildung von Binnenstrukturen und
Verknüpfungen von digitalen Objekten (OAI-ORE)
entwickelt.
Open Archive Initiative
Open Archives Initiative Protocol
for Metadata Harvesting (OAI-PMH)
Das OAI-Protokoll ermöglicht den Austausch von
Metadaten zwischen Dokumentenservern und Internetdiensten.
Dabei bietet ein Daten-Provider seine Metadaten über eine
Internet-Schnittstelle an, die dort von einem Service-Provider
geholt und für eigene/neue Dienste genutzt werden können. Mit
dem OAI-PMH wurde ein anwendungsunabhängiges Framework
entwickelt, dessen Austausch von Metadaten auf dem Prinizip von
Metadata Harvesting beruht. Harvesting bedeutet in diesem
Kontext das Zusammentragen von Metadaten aus verschiedenen
Quellen in einen gemeinsamen Datenspeicher. Ein
Harvesting-Protokoll besteht aus einem Set von Regeln, die die
Kommunikation zwischen den Systemen definieren.
OAI-PMH
Open Archives Initiative Object Reuse
and Exchange (OAI-ORE)
Ziel von OAI-ORE ist es, mittels URIs den
Austausch und die Nachnutzung von digitalen Objekten und deren
Aggregaten zu ermöglichen und diese eindeutig zu
Identifizieren. ORE schafft Interoperabilität auf Objektebene
und basiert auf Prinzipien der W3C Web-Architektur, dh es gibt
eine Resource, die durch verschiedene Aggregate repräsentiert
wird und durch einen Identifier identifiziert wird. ORE bildet
die Binnenstruktur von einzelnen Aggregaten eines digitalen
Objektes und deren Verknüpfungen ab. Verknüpfungen können
interne Verknüpfungen logisch zusammenhängende Aggregate eines
Objektes sein und externe Verknüpfungen logisch
zusammenhängender Objekte.
OAI-PMH
Resource Description Framework (RDF)
Das Resource Description Framework (RDF) ist ein
W3C-Standard zur formalen Beschreibung von Objekten
und bildet eine Kernkomponente des Semantic Web. Das
RDF-Datenmodell basiert auf gerichteten Graphen, die aus
Tripeln modelliert werden. Ein Tripel ist eine Sequenz aus drei
Elementen, dem Subjekt (das Objekt, über das eine Aussage
getroffen wird), dem Prädikat (eine Eigenschaft des Subjekts)
und dem Objekt (das Argument des Prädikats).
RDF
Semantik Web - Semantic Web
Das Semantic Web ist eine Erweiterung des World Wide
Web um maschinenlesbare, semantische
Relationen zur Schaffung eindeutiger Bedeutungen
von Objekten. Relevante (W3C-) Standards im Rahmen des Semantic
Web sind u.a. das
Resource Description Framework (
RDF)
und die Web Ontology Language (OWL).
W3C
Singapore
Framework
Das "Singapore Framework for Dublin Core Application Profiles"
ist ein Standard für die Dokumentation von
Metadatenprofilen.
Es beschreibt, wie ein Metadatenprofil aussehen muss, damit es
Dublin-Core-konform
ist. Verpflichtende Bestandteile eines Metadatenprofils sind
laut dem Singapore Framework die "funktionellen Anforderungen",
das "Domain Modell" und das "Beschreibungssatzprofil".
• Unter den funktionellen Anforderungen (functional
requirements) wird aufgelistet, welche Funktionalitäten durch
die Metadaten erfüllt werden sollen.
• Das Domain Modell (domain model) definiert die Objekte,
die mit den Metadaten beschrieben werden und die Beziehungen,
die zwischen diesen Objekten bestehen.
• Im Beschreibungssatzprofil (description set profile)
werden die Metadatenterme beschrieben, die notwendig sind, um
die funktionellen Anforderungen umzusetzen zu können.
Neben diesen verpflichtenden Bestandteilen empfiehlt das
Singapore Framework als weitere Bestandteile eines
Metadatenprofils:
• Regeln für die Verwendung der Terme
• Die syntaktische Kodierung der Terme
Singapore Framework
Uniform Resource Identifier (URI)
Ein URI ist ein eindeutiger Bezeichner für ein Objekt im World
Wide Web.
Ansprechpartner: Stefanie Rühle, Vera Binz
E-Mail:
info@lists.kim-forum.org